#WSVSVS: Ein 0:3, das keins war

Die Spielvereinigung Schonnebeck hat das Spitzenspiel beim Ligaprimus Wuppertaler SV mit 0:3 (0:0) verloren. Die Treffer für den WSV fielen allerdings erst ab der 78. Minute.

Darum legte sich Dirk Tönnies, Cheftrainer der Spielvereinigung Schonnebeck, auf der anschließenden Pressekonferenz auch schnell fest: „Wir sprechen hier nicht über ein 0:3, denn meine Mannschaft hat das richtig gut gemacht. Über die gesamte Spielzeit haben wir zehn Spieler des WSV im Griff gehabt. Leider war der elfte Mann Gaetano Manno.“ Auch wenn die Gastgeber vor 3.098 Zuschauern im Stadion Am Zoo mit fünf Spielern aus der eigenen Jugend in der Startelf begannen, war es der WSV-Kapitän, der mit seinen 33 Lenzen unermüdlich vorneweg marschierte und sein Team mit drei Torvorlagen belohnte.

Dass es nach den ersten 45 Minuten noch immer 0:0 stand, war den beiden sehr gut organisierten Abwehrreihen zu verdanken. Die Zuschauer kamen nur selten in den Genuss von hochkarätigen Torchancen. Der erste gefährliche Abschluss der Partie war Schonnebecks Oliver Rademacher vorbehalten: Nach 13 Minuten lenkte WSV-Keeper Sebastian Wickl seinen Volleyschuss aus über 30 Metern über die Latte. Fünf Minuten später scheiterte Emrah Cinar mit einem Flachschuss ebenfalls an Wickl. Die einzige nennenswerte Möglichkeit für die Wuppertaler hatte Daniel Grebe mit einem abgeblockten Schuss aus 15 Metern (23.).

Nach dem Seitenwechsel bot sich den Zuschauern im weiten Rund zunächst dasselbe Bild. Die ersten Chancen hatte Schonnebeck, Kevin Barras Schuss aus 22 Metern flog knapp über das Wuppertaler Gehäuse (55.), der Freistoß von Berkay Öz in der 64. Minute verfehlte das Ziel aus aussichtsreicher Position nur um Zentimeter.

Schonnebeck war im Spiel. Bis zur 78. Minute: Einmal nicht aufgepasst, drehte Manno auf, nutzte den Freiraum auf der linken Außenbahn und legte uneigennützig für den mitgelaufenen Ercan Aydogmus quer, der nur noch ins leere Tor schieben musste.

Das vorentschiedende 2:0 zwei Zeigerumdrehungen später resultierte aus der gleichen Passfolge: den Freistoß von Manno verlängerte erneut Aydogmus ins Tor.

Und auch am dritten Tor war der Spielmacher entscheidend beteiligt. Mit einem Steilpass bediente Manno den kurz zuvor eingewechselten Jonas Schneider, der André Bley im Schonnebecker Tor keine Chance ließ (86.).

„Wenn wir unsere Chancen nutzen, hätte das Spiel einen anderen Verlauf genommen“, war sich Tönnies sicher, attestierte dem Matchwinner dann aber fairerweise: „Manno bringt eine Qualität mit, die nicht viele in der Liga haben.“ Außerdem gratulierte Tönnies, der von 1994 bis 1998 selbst das rot-blaue WSV-Trikot getragen hat, seinem Ex-Klub schon mehr oder weniger zum Aufstieg: „Wuppertal steht zurecht da oben, wird in die Regionalliga gehen und da hoffentlich für Furore sorgen.“

Auch Stefan Vollmerhausen, der erneut von Manuel Bölstler an der Seitenlinie vertreten wurde, war hochzufrieden: „Wir hatten zwei Ziele. Wir wollten gut in die Rückrunde starten und auch mal ein Spiel gewinnen, mit dem wir uns da oben absetzen. Das haben wir beides erreicht. Auch wenn das Ergebnis – ehrlich gesagt – ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen ist.“

Die Schonnebecker können erhobenen Hauptes aus dem Duell mit dem Tabellenführer gehen, denn die Mannschaft hat sich über die gesamte Spielzeit teuer verkauft. Das wird auch im kommenden Heimspiel am Gründonnerstag, 24.03.2016, wieder nötig sein, wenn ab 19:30 Uhr der SC Kapellen-Erft am Schetters Busch gastiert. Mit den Schwarz-Gelben haben die Schwalbenträger noch eine Rechnung offen, denn der SC brachte der Spielvereinigung am 7. Spieltag die erste Saison-Niederlage bei (0:2).

Wuppertaler SV: Wickl – Salau, Fedler, Schmetz, Heinson – Kray (63. Manstein), Grebe, Nemec, Topal (84. Schneider) – Manno (88. Ellmann), Aydogmus.

SpVg Schonnebeck: Bley – Dluhosch, von der Gathen, Bloch, Ketsatis – Rademacher (79. Reimann) – Cinar, Barra, Akkus (89. Jasberg), Rami – Öz.

Schiedsrichter: Dr. Martin Thomsen.

Tore: 1:0 Aydogmus (78.), 2:0 Aydogmus (80.), 3:0 Schneider (85.).

Zuschauer: 3.098.