3:1 gegen Bocholt – Ketsatis verdient sich Sonderlob vom Trainer

Bei sommerlichen Temperaturen gewinnt die Spielvereinigung Schonnebeck vor 340 Zuschauern das Spiel gegen den 1. FC Bocholt mit 3:1 (1:1). Die Tore auf Seiten der Hausherren erzielten Timo Patelschick, sowie der eingewechselte Doppelpacker Dominik Enz. Doch zuvor traf zunächst der Schonnebecker Dennis Abrosimov ins eigene Tor.

20 Minuten tasteten sich beide Teams ab, ehe der Ball zum ersten Ball ins Tor rollte. Doch Jordi Barrera erzielte den Treffer aus vermeintlicher Abseitsposition. Auf der Gegenseite glänzte Marcel Grote mit einer Riesentat, als er im 1-gegen-1 gegen Dominik Göbel die Oberhand behielt. Grote war es auch, der seine Vorderleute heute ein ums andere Mal mit sensationellen Paraden im Spiel behielt. Doch in der 33. Minute war auch er machtlos. Dennis Abrosimov traf den Ball beim Rettungsversuch so dermaßen unglücklich, dass dieser ins eigene Tor kullerte. Den vielumjubelten Ausgleich vor der Pause erzielte fünf Minuten später Timo Patelschick (38.) mit einem feinen Lupfer über Bocholts Schlussmann Maurice Schumacher. Damian Bartsch setzte seinen Mannschaftskollegen mit einem langen Pass in die Spitze in Szene.

In der Halbzeit wechselte Chef-Trainer Dirk Tönnies gleich doppelt und versprach sich von der Hereinnahme von Yves Busch und Dominik Enz neue Impulse. Die kamen auch wenig später, doch das erste Ausrufezeichen im zweiten Durchgang setzte jedoch wiederum Bartsch. Seinen Freistoß konnte Bocholts Schlussmann nur mit Mühe entschärfen. Die Partie entwickelte sich zu einem echten Kampfspiel, welches aber keinesfalls Langeweile aufkommen ließ. Der eingewechselte Enz war es der seine Einwechslung mit einem schönen Kopfball in die lange Ecke zum 2:1 rechtfertigte und das Spiel zugunsten der Spielvereinigung drehte (67.).

In der Folge spielten die Schonnebecker nicht mehr ganz so zielstrebig nach vorne und ließen die Gäste aus Bocholt nochmal Fahrt aufnehmen. Die Schwarz-Weißen scheiterten jedoch immer wieder am stark aufgelegten Grote im Schonnebecker Tor. Oder aber am bärenstarken Georgios Ketsatis, der in der 87. Minute den eingewechselten FCB-Torjäger Philipp Goris fair vom Ball trennte und somit die größte Chance auf den Ausgleich für Bocholt mit einer „Monster-Aktion“ vernichtete. Trainer, Dirk Tönnies, hatte nach der Partie noch beste Erinnerungen an seinen oft geprügelten Verteidiger: „Georgios bekommt oft von allen Seiten auf die Nuss für seine robuste und teilweise extrem harte Spielweise, aber das ist er. Er spielt immer am Limit. Und das nur sehr selten unfair. Hätte ‚Georg‘ nicht auf dem Platz gestanden, hätten wir das Spiel auf keinen Fall gewonnen. Er hat die Mannschaft immer mitgezogen. Ich ziehe meinen Hut vor ihm.“ Da Fußball aber eine Mannschaftssportart ist, kann Ketsatis hinten nur die Vorarbeit auf den Sieg leisten. Den Nagel einschlagen müssen seine Kollegen weiter vorne. Da Bocholt kurz vor dem Schlusspfiff volles Risiko auf den Ausgleich spielte, boten sich logischerweise Räume zum Kontern. In der dritten Minute der Nachspielzeit nutzte Enz (90.+3) einen solchen zum 3:1-Endstand.

„Es hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen“, befand Tönnies und schob nach: „Es war die Glücklichere. In einigen Aktionen haben wir sehr viel Glück und Marcel Grote gehabt. Aber nach den letzten Spielen befinden wir uns wieder auf einer tragenden Welle, die wir uns hart erarbeitet haben.“

Sein Gegenüber Manuel Jara witzelte noch auf der Pressekonferenz nach dem Hinspiel: „Ich hoffe, ich darf zum Rückspiel noch als Bocholter Trainer kommen“.  Er durfte! Und er merkte an: „Ich hätte nichts dagegen, wenn wir nächstes Jahr nicht mehr hierhin kommen müssen.“

Damit spielte Jara auf die Ausgangslage vor den letzten Partien des Spieljahres an. Nachdem sich 15 von 18 Teams den Antrag auf die Teilnahme am Regionalliga-Spielbetrieb geklemmt haben, ist die Spielvereinigung nun ärgster Verfolger des Tabellenführers SV Straelen. Aber auch der VfB Homberg ist noch im Rennen um den Aufstieg. Tönnies ordnete auf Nachfrage der Medienvertreter ein, wie es sich um den möglichen Aufstieg in Schonnebeck verhält: „Wir haben natürlich – wie in den vergangenen Jahren – den Antrag gestellt. Wir wissen im Gegensatz zum SV Straelen und dem VfB Homberg, welches Ergebnis uns erwartet. Wenn es hoch kommt, werden wir in Schonnebeck dann zwei oder drei Regionalligaspiele austragen können. Der Rest müsste beispielsweise am Uhlenkrug gespielt werden. Aber wir wollen nicht den Essener Süden bereichern, sondern an unserer Identität festhalten. Darum müssen wir schauen, wie wir mit einem Aufstiegsfall umgehen. Da sitzen wir aber alle in einem Boot. Spieler, Funktionäre, Vorstand, Helfer, Fans. Alle müssen angehört werden und dann muss ein Urteil fallen. Wir werden sportlich alles alles dafür tun, dass wir am Ende der Saison vor dieser Frage stehen. Das sind wir den Fans und unseren vielen ehrenamtlichen Helfern einfach auch schuldig.“

Aber erstmal steht das nächste Oberliga-Spiel an. Und das führt die Schwalben zum VfB 03 Hilden. Der Anstoß erfolgt um 15 Uhr auf der Sportanlage an der Hoffeldstraße (Hoffeldstr. 106, 40721 Hilden).

SpVg Schonnebeck: Grote – Patelschick, Engelberg, Ketsatis, Abrosimov – Bartsch, Denker – Barrera (46. Enz), Barra, Yerek (46. Busch) – Enger (73. Gutkowski).

1. FC Bocholt: Schumacher – Beckert, Volmering, Winking, Heinson – Möllmann (72. Kilav), Öztürk, Nemec, Bock (59. Goris) – Bugla, Göbel.

Schiedsrichter: Hendrik Heuvens.

Tore: 0:1 Abrosimov (32., Eigentor), 1:1 Patelschick (38.), 2:1 Enz (67.), 3:1 Enz (90.+3).

Zuschauer: 340.