Vorschau: Im Gespräch mit ETB-Trainer Suat Tokat

Der erste Spieltag der neuen Saison in der Oberliga Niederrhein 2021/2022 steht vor der Tür. Und die Spielvereinigung startet direkt mit einem Derby am Schetters Busch gegen den ETB Schwarz-Weiß Essen. Im Vorfeld der Partie sprachen wir mit Gästetrainer Suat Tokat über die Vorbereitung, das Derby und die Saisonziele der „Lackschuhe“.

Hallo Herr Tokat und vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für ein kleines Gespräch mit uns nehmen! Beim ETB haben in den vergangenen Monaten einige Veränderungen stattgefunden. Neue Strukturen, ein neuer Trainer und ein Kader mit vielen neuen Gesichtern. Wie haben Sie sich bisher am Stadtwald eingelebt?

Suat Tokat: „Sehr gerne!  Es ist absolut positiv was am Uhlenkrug passiert. Es sind einige Leute dabei, die ihr Handwerk verstehen und den Verein nach vorne bringen möchten. Die Entwicklung geht natürlich nicht von heute auf morgen, aber wir arbeiten im Verein viele Baustellen ab. Dass jetzt zu Beginn noch nicht alles rund läuft, erklärt sich von selbst. Aber wir befinden uns auf einem sehr guten Weg und die Arbeit mit allen Beteiligten macht sehr viel Spaß.“


Die Vorbereitung bei den Schwarz-Weißen sah, wenn man sich die Ergebnisse anschaut, auch gar nicht so schlecht aus. Auch die Generalprobe beim TuS Haltern gewannen Sie mit 4:1. Wie zufrieden sind Sie mit der Vorbereitung?

„Wir haben viele Spieler mit Problemen die erstmal Zeit brauchen. Der ein oder andere braucht eventuell sogar mehr Zeit. Klar, ärgert mich das ein wenig als Trainer aber bis heute haben wir sehr gut gearbeitet. Vom Kopf her ist die Vorbereitung auch wichtig um mit gutem Gefühl in die Saison zu gehen. Für die Umstände mit denen wir umgehen müssen, sind wir sehr zufrieden mit dem aktuellen Stand. Gegen RWE (1:6, Anm. d. Red.) haben wir lange gut mitgehalten und sind am Ende dann eingebrochen. Gegen Straelen (0:2, Anm. d. Red.), einem weiteren Regionalligisten hatten wir trotz Niederlage auch einen guten Test in dem wir uns lange mit den Straelenern auf Augenhöhe befanden. Aber das Zusammenspiel zwischen neuem Kader und neuem Trainer muss sich auch erstmal einpendeln. Wir sind für mein Empfinden gut gerüstet für die Saison.“

Wie sieht das Saisonziel beim ETB aus und wem schreiben Sie die Favoritenrolle zu?

„Die Aufstiegsrunde ist ganz klar unser Ziel! Ich bin davon überzeugt, dass wir am Ende der Saison eine gute Platzierung erreichen können. Wir haben einen jungen Kader, aber wenn wir unsere Hausaufgaben machen können wir einiges erreichen. Selbstverständlich gehen wir in jedem Spiel auf den Platz um zu gewinnen.

Was die Favoritenfrage angeht, wenn man sieht, was andere Vereine finanziell stemmen können, sind natürlich Bocholt und Velbert die Favoriten. Aber aus meiner Erfahrung heraus, heißt Geld nicht immer automatisch auch Erfolg. Das hat man in den vergangenen Jahren auch bei meinem Ex-Verein Rot-Weiss Essen gesehen. Und oftmals ist es auch ja auch so, dass es immer wieder mal den einen oder anderen Club, der diese Möglichkeiten nicht hat, gibt, der am Ende alle anderen überrascht.“

Die Oberliga startet in diesem Jahr mit einem neuen Modus. Nach der Hinrunde wird die Liga in eine Aufstiegs- und eine Abstiegsrunde geteilt. Wie finden Sie diesen Modus?

„Ich finde, dass ist ein sehr interessanter Modus. Eine sehr reizvolle Aufgabe. Aber das kann natürlich ein Vor- und Nachteil für jeden sein, je nachdem wie viele Punkte man mit in die Rückrunde nimmt. Hier muss man schon früh anfangen Punkte zu sammeln. Aber letztlich hoffe ich auch, dass wir diese Saison endlich mal wieder durchspielen können. Aber dafür ist dieser Modus ja auch gemacht, falls sich die Lage wieder so verändern sollte, dass eine Unterbrechung wieder notwendig wird. Ich wünsche mir einfach, dass wir die Saison ganz normal spielen können.“


Kommen wir zum anstehenden Derby. Sie reisen zu uns an den Schetters Busch. In Ihrem Kader befinden sich einige ehemaliger Schonnebecker Spieler. Kann das ein kleiner Vorteil für Sie sein?

„Spieler die gegen ihren alten Verein spielen betrachte ich zweigeteilt. Der eine kommt besser damit klar, der andere spielt gehemmt. In manchen Fällen gehen Spieler, weil Sie keine Perspektive mehr bekommen haben, andere suchen neue Herausforderungen. Gründe für Wechsel gibt es immer viele. Klar, kann es auch hilfreich sein, wenn die Jungs sich an das Umfeld nicht gewöhnen müssen, da sie den Platz, die Umkleide, die Zuschauer kennen. Vielleicht auch den Trainer oder ehemalige Mitspieler. Natürlich ist das immer schön ehemalige Wegbegleiter zu sehen aber in den 90 Minuten muss man das abschütteln und sich auf das wesentliche Konzentrieren.“

Zum Abschluss noch eine Frage: Was erwarten Sie vom Derby gegen Schonnebeck?

„Erstmal geht’s in diesem Spiel auch nur um 3 Punkte. Aber das Spiel wird von Emotionen leben. Für die Spieler ist so ein Derby riesig. Für mich als Spieler wäre sowas auch ein Highlight gewesen.  Direkt zu Beginn mit einem Derby zu starten, vor vermutlich und hoffentlich vielen Zuschauern, ist schon was tolles für die Spieler, aber wir wollen dieses Spiel genau so angehen wie gegen jeden anderen Gegner auch.“

Nochmals Danke Herr Tokat, dass Sie sich die Zeit für einen kurzen Plausch genommen haben!

Suat Tokat – seit diesem Sommer Trainer beim ETB Schwarz-Weiß. (Foto: Gohl)