#SVSSCK: Turbulentes 3:4 bedeutet erste Heimpleite nach 578 Tagen

Nach 578 Tagen hat die Spielvereinigung Schonnebeck wieder ein Heimspiel verloren. Gegen den SC Kapellen-Erft unterlag die Elf von Dirk Tönnies und Damian Apfeld mit 3:4 (0:1).

Zwar kam die Spielvereinigung, die auf Kai von der Gathen (Bänderriss im Sprunggelenk) und Jordi Barrera (Kahnbeinbruch) verzichten musste, zunächst besser ins Spiel. Auch lag die Führung in der Luft, denn die ersten Chancen des Spiels hatte Mittelfeldmotor Kevin Barra, der vor allem in der Anfangsviertelstunde vorneweg marschierte. Sein erster Schuss aus 20 Meter stellte SCK-Torwart Christopher Möllering auf die Probe (5.). Doch der ehemalige Schlussmann von Werder Bremens Zweitvertretung streckte sich mit Erfolg und parierte den guten Abschluss. Etwas weniger zielsicher erwies sich Barra mit seinem zweiten Versuch, einem Freistoß aus 18 Metern – aber auch nur etwas. Der scharf geschossene Ball flog knapp am langen Eck vorbei (15.). Auch die dritte Möglichkeit des Spiels gehörte dem kleinen Wirbelwind. Diesmal fasste sich Barra aus 25 Metern ein Herz, schoss den Ball aber erneut knapp über das Gehäuse der Gäste (28).

Und so kam, was kommen musste: „Machst du ihn vorne nicht rein, fängst du dir hinten meist einen“, lautet eine uralte Fußballerweisheit, die auch in diesem Spiel zum Tragen kommen sollte. Mit der ersten guten Aktion der Schwarz-Gelben markierte Andrej Hildenberg nach Zuspiel von Lennart Ingmann das 0:1 (32.). Der Treffer bedeutete auch gleichzeitig den Pausenstand.

Mit guten Vorsätzen und neuem Personal kamen die Schonnebecker aus der Kabine. Soufian Rami ersetzte Stephan Jasberg. Trainer Tönnies versprach sich davon noch mehr Ideen in Richtung SCK-Tor. Doch alles kam anders: Vier Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, da wurde Kapellens Keisuke Ota im Strafraum gelegt. Den fälligen Strafstoß verwandelte Ingmann ohne Probleme zum 2:0 für die Gäste (49.). Sieben Minuten später traf der eben noch gefoulte Japaner selbst mit einem unhaltbaren Schuss in den Winkel zum 3:0 (56.).

Die Essener waren sichtlich geschockt von dem, was sie im zweiten Durchgang überrollte. Dennoch traten sie die Flucht nach vorne an. Und die schien sich kurzzeitig zu lohnen: Nach einem Foul an Georgios Ketsatis entschied der Unparteiische Guido Tenhofen erneut auf Strafstoß, den Kapitän Matthias Bloch ausführte – allerdings an Möllering scheiterte (61.). Es sollte anscheinend nicht sein. Und so machte Ingmann mit seinem zweiten Treffer am Abend den Deckel auf einen für Schonnebeck gebrauchten Abend (65.).

Und wenn man denkt, es kommt nicht schlimmer, kommt es schlimmer: Kurz zuvor verwarnt, langte der eingewechselte Rami erneut zu und handelte sich so die Gelb-Rote Karte ein. Damit fehlt der Mittelfeldspieler seinem Team am Ostermontag im Auswärtsspiel beim VfR Krefeld-Fischeln.

Wir fassen zusammen: 0:4 aus eigener Sicht, ein Mann weniger. Wer jetzt daran dachte, dass die Spielvereinigung den Kopf in den Sand steckt, hat die Rechnung ohne Hüseyin Ünal gemacht. Mit seiner Einwechslung belebte der Angreifer noch einmal das Offensivspiel. Zunächst tankte sich der 19-Jährige auf der linken Seite durch und legte auf der Torlinie quer für Denis Dluhosch, der nur noch einschieben musste (79.), dann ließ er SC-Keeper Möllering nach einem starken Antritt keine andere Wahl, als ihn von den Beinen zu holen. Die Folge: Rot für den Schlussmann und der zweite Elfmeter für Schonnebeck. Diesmal machte es Ketsatis und diesmal klappte es besser (87.). Zwei Zeigerumdrehungen später war Ketsatis erneut zur Stelle und verlängerte eine Hereingabe aus dem Halbfeld per Kopf ins Tor und plötzlich stand es nur noch 3:4.

Sechs Tore in einer Halbzeit, sechs Auswechslungen zwei Feldverweise und zwei längere Verletzungsunterbrechungen – jeder Schonnebecker hatte mit einer langen Nachspielzeit gerechnet und sich für diese noch den Ausgleich vorgenommen. Doch Referee Tenhofen kam in der Summe nur auf zwei Minuten Nachschlag, den er im Laufe dieser auch nur auf eine dritte erweiterte, weil ein Kapellener Akteur kurzzeitig „verletzungsbedingt“ am Boden liegen blieb. Doch die Niederlage daran festzumachen, war Tönnies zu billig: „Wir haben den Sieg einfach nicht verdient. Die Aufholjagd spricht für die Moral der Mannschaft, aber unter dem Strich haben wir 70 Minuten davor einfach viel zu wenig für den Erfolg getan. Chancen waren genug da. Wir hätten sie besser nutzen müssen. Darum muss man dem SC Kapellen-Erft fairerweise gratulieren.“

Am Ostermontag (28. März, 15 Uhr, Kölner Str. 368, 47807 Krefeld) sollen dann aber endlich die Zähler 41 bis 43 eingefahren werden. Wer die Mannschaft zum VfR Fischeln begleiten möchte, kann das hautnah im Mannschaftsbus. Dieser fährt am Montag um 12:45 Uhr vom Schetters Busch ab. Pro Person kostet die Hin- und Rückfahrt nur 10,- EUR. Das Kontingent ist begrenzt. Also: wer zuerst kommt…

SpVg Schonnebeck: Bley – Dluhosch, Rademacher, Bloch, Ketsatis – Barra, Akkus – Reimann (56. Ünal), Jasberg (46. Rami) Cinar (73. Kirchmayer) – Öz.

SC Kapellen-Erft: Möllering – Dygacz (67. Sakar), Rubink, Cvetkovic (59. Mantatzidis), Lüft – Ingmann (72. Girke), Bresser – Wilschrey, Leufgen, Ota – Hildenberg.

Schiedsrichter: Guido Tenhofen.

Tore: 0:1 Hildenberg (32.), 0:2 Ingmann (49.), 0:3 Ota (56.), 0:4 Ingmann (65.), 1:4 Dluhosch (79.), 2:4 Ketsatis (87., Foulelfmeter), 3:4 Ketsatis (89.).

Gelb-Rote Karte: Rami (70., wiederholtes Foulspiel).

Rote Karte: Möllering (85., Notbremse).

Bes. Vork.: Bloch scheitert mit Foulelfmeter an Möllering (61.)