Im Gespräch mit FSV-Trainer Bartosz Maslon

Im Vorfeld des Gastspiels unserer Schwalben beim FSV Duisburg (Sonntag, 10.10.2021 um 15.30 Uhr) haben wir mit dem neuen Trainer beim FSV, Bartosz Maslon, gesprochen. Das Gespräch ging diesmal in eine nicht unbedingt sportlich relevante Richtung. Aber lest selbst!

Hallo Bartosz! Zunächst einmal vielen Dank, dass Du dir ein paar Minuten Zeit für uns genommen hast und herzlich Willkommen in der Oberliga Niederrhein! Du bist jetzt erst ein paar Tage an der Warbruckstraße als Trainer im Amt und hast gleich ein Heimspiel gegen unsere Spielvereinigung Schonnebeck vor der Brust. Wie aufgeregt bist du?

Bartosz Maslon: „Schon ein bisschen. Aber Vorfreude würde ich das eher nennen. Die Aufgabe beim FSV Duisburg ist eine sehr reizvolle. Ich freue mich, dass mir der Vorstand das Vertrauen schenkt. Ich habe eine Mannschaft vorgefunden, die mit sehr vielen guten individuellen Spielern bestückt ist. Hier muss ich zunächst dafür sorgen, dass ich aus vielen guten Einzelnen eine gute Mannschaft forme. Ich denke, dass Zeug dazu haben wir. Dass wir gleich zu meinem Auftakt gegen Schonnebeck spielen ist auch für mich etwas besonderes. Schonnebeck leistet seit Jahren hervorragende Arbeit und zeigt, was ein Verein mit eher bescheidenen Mitteln erreichen kann. Das ist schon beeindruckend. Auch die Kontinuität seit 13 Jahren mit Dirk Tönnies an der Linie zu arbeiten spricht für ein sehr ruhiges Umfeld und da kommt auch der Erfolg der Spielvereinigung nicht von ungefähr. Aber insgesamt ist das für mich etwas großartiges in einer Liga mit Trainern wie Dirk Tönnies, Christian Mikolajczak oder Suat Tokat zu arbeiten.

In den Medien konnte man nachlesen, dass Du eine gemeinsame Vergangenheit mit Weltfußballer und Tormaschine Robert Lewandowski hast und dass deine Karriere womöglich – nicht ganz ernst gemeint – am größeren Talent von „Lewy“ gescheitert ist. Wieviel von diesem offensiven Können und Wissen, wird dem FSV Duisburg nun eingeimpft?

(lacht) „Ja, vielleicht war es auch meine Aura, die Robert zu noch höheren Leistungen und Ansporn getrieben hat (lacht wieder). Nein im Ernst, Ich war schon beeindruckt wieviel Ehrgeiz Robert jeden Tag aufs neue an den Tag gelegt hat. Ein absolutes Mentalitäts-Monster. Und das meine ich im absolut positiven Sinne. Was die Spielweise angeht, wer mich kennt, weiß, dass ich gerne offensiven Fußball spielen lassen möchte, aber man darf auch nicht vergessen, dass auch die Defensive eine sehr wichtige Rolle spielt. In erster Linie geht es schließlich darum Punkte zu holen. Wie diese geholt werden ist erstmal egal. Hauptsache wir holen diese und das so schnell wie möglich, damit wir da unten raus kommen. Dass jetzt ausgerechnet Schonnebeck kommt, macht die Sache keineswegs leichter. Auch wenn Schonnebeck zuletzt einige Spiele nicht gewinnen konnte, bin ich dennoch sicher, dass die Kurve definitiv wieder nach oben gehen wird. Es liegt aber an uns zu verhindern, dass dies schon am Sonntag passiert.“

Man merkt schon, dass Du vor der Spielvereinigung Schonnebeck eine gehörige Portion Respekt hast.

„Respekt muss man immer bis zu einem gewissen Grad haben. Man darf nur keine Angst haben. Außerdem habe ich in der Vergangenheit auch schon einige Male den Schetters Busch besucht. Mein Neffe Gabriel spielt bei Euch in der Jugendabteilung und mein bester Kumpel Kevin Halberkamp, ein ehemaliger Spieler bei Euch, sind da der Grund, warum ich mich schon seit Jahren das Geschehen bei der Spielvereinigung verfolge. Außerdem vertritt Euer Verein Werte, die man doch im Fußball viel zu wenig findet. Ihr macht ja auch gerne Dinge, die mit Fußball nichts zu tun haben, wie zum Beispiel Charity Aktionen. Das finde ich persönlich richtig klasse!“

Du hast es angesprochen. In unserer Medienabteilung haben wir bei der Bekanntgabe der Besetzung des Trainerpostens beim FSV Duisburg ein kleines Lächeln im Gesicht gehabt. Du bist als Person ja auch für uns kein gänzlich Unbekannter…

„Das stimmt. Als Ihr die i-do-Aktion für den kleinen Maxi ins Leben gerufen habt, war mir sofort klar, dass wir mit unserer Fußballschule in Bottrop helfen möchten. Ich bin selbst ein Kind aus dem Essener Norden und wenn man einem kleinen Kind helfen kann, ist das für mich eine Selbstverständlichkeit.“

Woher kommt diese Einstellung, dass Hilfe eine Selbstverständlichkeit ist?

„Meine Familie ist aus Polen nach Essen-Altenessen gezogen, als ich 2 Jahre alt war. Damals waren es nicht ganz so einfache Zeiten für meine Familie und wir haben viel Unterstützung in unserer Nachbarschaft erfahren und das hat mich Nachhaltig so geprägt, dass mein Bruder und ich immer gesagt haben, wenn wir der Gesellschaft etwas zurückgeben können, dann tun wir das auch. Als dann eure Charity-Aktion für den kleinen Maxi veröffentlicht wurde, wussten wir, dass wir uns hier beteiligen müssen. Für mich ist das ein Nehmen und Geben. Mir geht es gut, meiner Familie mangelt es an nichts und wenn ich dann meinen Beitrag leisten kann, dass es einem kleinen Jungen und seiner Familie ebenfalls gut geht, finde ich, kann man eigentlich fast nie genug Gutes tun.“

Lieber Bartosz, dieses Gespräch hat sich diesmal in eine etwas andere Richtung bewegt, als wir es im Vorfeld dachten, aber wir danken Dir, dass wir den Fokus so kurz vor einem Spiel auch mal auf wichtigere Themen lenken konnten und danken Dir an dieser Stelle nochmals für deine Beteiligung an unserer Charity-Aktion und auch für das nette Gespräch!

Hat sich an der Aktion für den kleinen Maxi beteilgt – FSV Duisburg-Trainer Bartosz Maslon (Foto: Maslon)