Der Knoten ist geplatzt – Yereks Treffer zum 1:0 in Fischeln bringt die ersten drei Punkte der Saison

Am zweiten Spieltag der Oberliga Niederrhein hat es endlich mit dem ersten Sieg geklappt. Vor 342 Zuschauern gewann die Truppe von Dirk Tönnies beim VfR Krefeld-Fischeln mit 1:0 (0:0). Damit hat die Spielvereinigung alle fünf bisherigen Oberliga-Duelle gegen die Seidenstädter gewonnen.

Aber es war ein hartes Stück Arbeit. Beide Seiten präsentierten sich über die gesamte Spieldauer kämpferisch und lautstark. Vor allem auf Schonnebecker Seite coachte man sich untereinander sehr viel mehr als noch beim 1:4 gegen den SC Düsseldorf-West. Was zunächst allerdings noch fehlte, war die Präzision in den Abschlüssen. Bereits in der fünften Minute wurde den Schonnebeckern nach Foul an Marc Enger zusätzlich ein klarer Elfmeter verwehrt. Der ansonsten sehr gut agierende Unparteiische Lars Aarts verlegte das Foul irrtümlicherweise auf außerhalb des Strafraums. Erst in der 30. Minute wurden die Gastgeber gefährlich. Quin Kruijsen hätte nach einer Abwehr von André Bley aus neun Metern nur noch einschieben. Doch der Schuss des 26-jährigen Niederländers wurde jedoch in letzter Sekunde auf der Linie geblockt.

Nach dem Wechsel kam die Spielvereinigung dann frischer aus der Kabine und durch Kevin Barras Kopfball zur ersten richtigen Chance, die jedoch von VfR-Schlussmann Hendrik Sauter an die Latte gelenkt wurde (56.). Die Spielvereinigung wollte jetzt mehr und die Krefelder wehrten sich mit Mann und Maus gegen die Angriffe der Schonnebecker. Die Folge: harte Zweikämpfe, die jedoch zu keinem Zeitpunkt unfair waren. Auch weil Schiri Aarts die Partie sehr gut im Griff hatte und zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Ton fand.

In der 60. Minute wechselte Tönnies dann Tarkan Yerek für agilen Damian Bartsch ein. 18 Minuten danach behielt der Zugang vom 1. FC Bocholt nach einem geblockten Abschluss die Übersicht und schaltete als Erster – 1:0 (78.)! Spiel entschieden! Erster Dreier der jungen Saison eingefahren!

Überglücklich zeigte sich der treffsichere Joker nach dem Spiel: „Es ist als Einwechselspieler immer schwer, in so eine offene und hochkarätige Begegnung zu kommen und dann schnell Anschluss zu finden. Aber umso glücklicher bin ich, dass ich das Spiel mit meinem Treffer für uns entscheiden konnte. Wir haben den Niederrheinpokal und den Ligaauftakt vergeigt. Die letzten Wochen waren schwierig. Umso größer ist jetzt erst einmal die Erleichterung.“

Sein Trainer Dirk Tönnies freute sich über die ersten drei Punkte der Saison, weiß den Sieg aber auch in den Gesamtkontext einzuordnen: „Das war ein ganz wichtiges Erfolgserlebnis. In Fischeln werden diese Saison nicht viele Mannschaften gewinnen. Wir haben uns für dieses Spiel, von dem wir wussten, dass es lange offen bleiben wird, wenn wir geduldig sind, einen Plan zurecht gelegt. Den haben die Jungs sehr gut umgesetzt. Nach der bitteren Niederlage am ersten Spieltag war nicht alles schlecht. Nach unserem ersten Sieg der Saison ist jedoch auch nicht alles gut. Wir müssen weiter an uns arbeiten. Dieser Prozess geht gegen Velbert weiter.“

Doch nach dem Arbeitssieg zum Feierabend gestattete der Trainer den Jungs auch das eine oder andere verdiente Sieger-Bier. Zu Mickie Krauses Mallorca-Hit „Mich hat ein Engel geküsst“ feierten die Schwalben noch am späten Abend ihren neuen Kapitän Marc Enger, der laut Textzeilen, die in Mannschaftskreisen umgedichtet wurden, fleißig Küsschen verteilte und für die Überschrift des Spielberichts seine ganz eigene Meinung hatte. Mit einem Augenzwinkern diktierte er „Irre! Tabellenschlusslicht schlägt den Spitzenreiter!“ Für den Abend gekauft! Aber aus guten Gründen letztendlich dann doch abgelehnt. So aussagekräftig ist das Tableau dann doch noch nicht.

Vor dem Heimspiel am kommenden Sonntag gegen die SSVg Velbert (15 Uhr, Schetters Busch) ist die Stimmung trotz einiger Nackenschläge in der jüngeren Vergangenheit wieder auf einem ordentlichen Level. Das macht Mut für die Aufgabe gegen den Traditionsklub aus dem Bergischen Land.

VfR Krefeld-Fischeln: Sauter – Wiegers, Enke, Pappas, Akarca – Özkaya (58. Ergin), Machnik (83. Tasci), Kruijsen, Norf (75. Reichardt) – Breuer, Orlean.

SpVg Schonnebeck: Bley – Patelschick, Engelberg, Denker, Busch – Zander – Matondo (82. Ünal), Bartsch (60. Yerek), Barrera, Barra (72. Reimann) – Enger.

Schiedsrichter: Aarts (Goch).

Tor: 0:1 Yerek (78.)

Zuschauer: 342.