10 Fragen an… RWE-Präsident Prof. Dr. Michael Welling

Keine 24 Stunden mehr. Dann steigt das Lokalderby im Niederrheinpokal-Viertelfinale zwischen Rot-Weiss Essen und der Spielvereinigung Schonnebeck. Mehrere Tausend Besucher werden am Mittwochabend (30.11.16, 19:30 Uhr) im Stadion Essen erwartet. Bevor der Ball nun endgültig  über den Rasen rollt, unterhielten wir uns mit beiden Präsidenten und stellten ihnen jeweils zehn Fragen rund um das Duell. Nach dem Auftakt von Tobias Tenberken gestern legt nun Prof. Dr. Michael Welling, geschäftsführender 1. Vorsitzender von Rot-Weiss Essen, nach.

Hallo Herr Prof. Dr. Welling. Vielen Dank, dass Sie sich Zeit nehmen für dieses Gespräch. Nachdem Sie durch die Spiele unseres Ligakonkurrenten FC Kray schon Erfahrungen in den Stadtderbys im Niederrheinpokal haben, freuen Sie sich auf die Begegnung gegen die SpVg Schonnebeck?
Selbstverständlich freuen wir uns darauf! Es war sicherlich das Wunschlos aller sportbegeisterten Essenerinnen und Essener. Ein Stadtderby ist etwas Tolles, auch wenn man sagen muss, dass wir mit der SpVg Schonnebeck von allen möglichen Losen sicherlich den schwierigsten Gegner erwischt haben. Die Schonnebecker spielen eine tolle Saison, insofern wird es sicherlich ein enges und spannendes Spiel an der Hafenstraße. Schade, dass ich nicht dabei sein kann.

Sind Sie froh, dass das Pokalspiel im Stadion Essen und nicht am Schetters Busch auf Kunstrasen ausgetragen wird?
Wir spielen am liebsten an der Hafenstraße, das ist klar! Und wir spielen lieber auf Naturrasen, als auf Kunstrasen, das geht sicherlich auch jedem Fußballer so. Ich persönlich finde, dass das Stadion Essen mit seinen Rahmenbedingungen für ein solches Stadtderby die passende Spielstätte ist. Ich habe im Übrigen den Medien entnommen, dass auch die Spieler der SpVg Schonnebeck sich freuen, an der Hafenstraße aufzulaufen. Insofern sind wohl alle froh – mich eingeschlossen – dass beide Mannschaften im Stadion Essen aufeinandertreffen.

Mit welcher Zuschauerresonanz rechnen Sie?
Ich bin mir sicher, dass sich die Essenerinnen und Essener den Spieltermin in ihrem Kalender rot markiert haben. Insofern freuen wir uns auf zahlreiche Besucher, die diesem inoffiziellen Finale der Essener Stadtmeisterschaft beiwohnen möchten.

Können Sie den Unmut der sogenannten „kleinen“ Vereine bezüglich der Auslosung des Viertelfinales verstehen und wie stehen Sie persönlich zu dieser Art und Weise der Auslosung?
Auf eine gewisse Art und Weise schon. Natürlich sind verschiedene Töpfe bei einer Pokalauslosung nichts Neues, allerdings war es wohl insbesondere die Art und Weise der Beschlussfindung und die letztendliche Kommunikation, die den Unmut ausgelöst hat. Und das kann ich schon ein Stück weit nachvollziehen.

Wie haben Sie auf das Los „SpVg Schonnebeck“ reagiert?
Ich habe mich sehr gefreut. Natürlich war Schonnebeck das schwierigste Los, das wir erwischen konnten, aber dafür eben auch die attraktivste Begegnung. Für die Stadt Essen ist das einfach ein tolles Spiel.

Wurden Spiele der SpVg von Ihrer sportlichen Leitung beobachtet und wenn ja, was hat man Ihnen über die „Schwalbenträger“ berichtet?
Wir bereiten uns sehr professionell auf dieses Duell vor, das schließt natürlich auch Spielbeobachtungen mit ein. Allerdings wohne ich nur selten den Besprechungen des Trainerteams und der Mannschaft bei. Was genau berichtet wurde, weiß ich nicht.

Waren Sie selbst schon einmal als Zuschauer am Schetters Busch?
Ja, das war ich tatsächlich. Das ist allerdings schon eine Weile her und wenn ich ehrlich bin, kann ich mich auch nicht mehr besonders gut an das Spiel erinnern. Aber die Anlage an sich gefällt mir sehr gut.

Ihr Team spielte zuletzt am Freitagabend gegen SC Wiedenbrück, die Spielvereinigung erst am vergangenen Sonntag im Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten der Oberliga SSVg Velbert. Ein klarer Vorteil für den RWE?
Nein, das glaube ich nicht. Aus dem einfachen Grund, weil man das Spiel für Schonnebeck nicht mit einem normalen Ligaspiel vergleichen kann. Bei solch einer Partie spielt die Regenerationszeit für den Underdog weit weniger eine Rolle. Die schweren Beine wird Schonnebeck erst am Tag nach unserem Spiel spüren.

Wird der Halbfinalist im Niederrheinpokal 2016/2017 nach 90 Minuten feststehen?
Das hoffe ich natürlich und sage deshalb einfach mal ja, wir setzen uns in der regulären Spielzeit durch (lacht). Aber im Ernst: Ich gehe davon aus, dass es bis zuletzt sehr eng bleibt.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung unseres Vereins bzw. unserer Oberligamannschaft?
Vor der Entwicklung die Schonnebeck in den letzten Jahren gemacht hat, kann man nur den Hut ziehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie es innerhalb der nächsten Jahre in die Regionalliga schaffen. So wie ich die Verantwortlichen kennengelernt habe, habe ich den Eindruck gewonnen, dass dort sehr professionell gearbeitet wird. Aber am Mittwoch wird es für die SpVg trotzdem nicht reichen (lacht).

Vielen Dank für dieses Gespräch und auf einen packenden und spannenden Pokalfight im Stadion Essen.