0:1 gegen dezimierte Hiesfelder – Zweite Niederlage in Folge macht dennoch Mut für die kommenden Aufgaben

Das Nachholspiel vom 5. Spieltag der Oberliga Niederrhein hat die Spielvereinigung Schonnebeck gegen den TV Jahn Hiesfeld mit 0:1 (0:0) verloren. Vor 205 Zuschauern war Damiano Schirru der Schütze des Tores des Abends.

Mit der Wut aus der 2:3-Derby-Niederlage beim ETB Schwarz-Weiß Essen im Bauch haben sich die Schützlinge von Dirk Tönnies einiges vorgenommen für die Bergfest-Partie gegen den aus Dinslaken. Und das zeigten sie von Beginn an. Bereits nach 14 Minuten zappelte der Ball im Netz, allerdings soll Yves Busch im Abseits gestanden haben. 120 Sekunden später vergab Marius Müller die Möglichkeit zur Schonnebecker Führung. Und die Spielvereinigung machte weiter: Dennis Abrosimov schoss aus aussichtsreicher Position nur knapp über das Gehäuse der Gäste (21.). Schonnebeck war im Rhythmus und drängte auf die Pausenführung. Doch die blieb nicht zuletzt trotz Müllers Aluminiumtreffer in der 38 Minute aus.

Auch Durchgang zwei begann verheißungsvoll, doch nach einem Eckball war Müllers Versuch aus dem Rückraum nicht platziert genug. Genauer zielte dagegen, TV-Innenverteidiger Ioannis Alexiou – allerdings mit seinem Unterarm an den Kiefer von Marc Enger. Die Folge: Rot für den ehemaligen Uerdinger und eine dicke Beule für eine Mülltonne, sowie die Rückwand der Ersatzbank (61.).

Mit der starken bisherigen Leistung, die zu diesem Zeitpunkt lediglich noch nicht mit Treffern belohnt wurde, und der personellen Überzahl im Gepäck drängten die Grün-Weißen weiter auf den Führungstreffer. Doch der fiel auf der anderen Seite: Nach einem Körperkontakt zwischen Georgios Ketsatis, der nach abgesessener Rot-Sperre wieder ins Team rückte, und Kei Hirose ging der Japaner im Veilchendress zu Boden und Schiri Christian Szewczyk zeigte auf den Punkt. Schirru ließ Bley keine Chance und verwandelte zum 0:1 aus heimischer Sicht.

Die letzte Chance auf den Ausgleich hatte der eingewechselte Damian Bartsch, der mit einem sehenswerten Distanzschuss an Hiesfelds Schlussmann Kevin Hillebrand scheiterte (90.).

Mit dem Abpfiff sanken die Essener Spieler zu Boden. Wieder stand die Spielvereinigung nach einer ansprechenden Leistung mit leeren Händen da. Auch Dirk Tönnies blieb noch lange nach Abpiff auf dem Stuhl neben der Trainerbank sitzen und konnte nicht fassen, dass dieses dominante Spiel seiner Mannschaft nicht mit Punkten belohnt wurde. „Das ist wirklich unglaublich“, suchte der Linienchef nach einordnenden Worten. „Wir haben enormen Aufwand betrieben und sehr gut gegen einen individuell starken Gegner gearbeitet, sodass dieser kaum zu Entfaltung kam. Und doch stehen wir wieder mit leeren Händen da. Beim ETB haben wir zwei klare Elfmeter nicht bekommen, heute wird uns ein reguläres Tor aberkannt. Aber das darf keine Ausrede sein. Sowas gleicht sich im Laufe einer Saison immer aus. Wir müssen weiter an uns glauben und den Bock umstoßen. Dann kommen wir auch wieder in die Spur.“ Den von außen auf die Mannschaft gelegte Druck, wieder im Aufstiegsrennen mitzumischen, weißt Tönnies energisch zurück: „Wir haben den Anspruch nie gehabt. Nach zwei wirklich guten Spielzeiten in der Oberliga werden wir andauernd von irgendwelchen Experten als Spitzenkandidat auf den Aufstieg gehandelt. Das ist aber immer noch nicht unser Anspruch. Wir wollen am Ende nach wie vor nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Das Ziel werden wir erreichen. Was danach kommt, ist immer noch Bonus. Dafür müssen wir lediglich zu den Grundtugenden zurückkehren und letztendlich das abhanden gekommene Glück wieder erzwingen.“

Das Spielniveau steigt. Als weiterer positiver Aspekt bleibt die Tatsache, dass in der Startformation gegen Hiesfeld mit Leon Engelberg, Yves Busch, Dennis Abrosimov, Julian Gutkowski und Da Silva Matondo gleich fünf Spieler standen, die gerade mal 21 Jahre und jünger sind. Tönnies: „Dafür haben sie gegen einen etablierten Oberligisten schon sehr abgeklärt gespielt.“

Am kommenden Sonntag, 17. September, gastiert der Ratinger SV am Schetters Busch (Anstoß: 15 Uhr). Da bietet sich bereits die nächste Möglichkeit auf das derzeit fehlende Erfolgserlebnis.

SpVg Schonnebeck: Bley – Engelberg (82. Bartsch), Gutkowski (88. Ünal), Ketsatis, Abrosimov – Heppke, Denker – Matondo (64. Patelschick), Müller, Busch – Enger.

TV Jahn Hiesfeld: Hillebrand – Spors, Alexiou, Klaß, Riebling – Hirose, Yolasan (39. Daniel Gataric), Mastrolonardo, Schirru – Menke (90. Jahny), Zwikirsch (62. Krystofiak).

Schiedsrichter: Christian Szewczyk.

Tor: 0:1 Schirru (66., Foulelfmeter).

Zuschauer: 205.

Rote Karte: Alexiou (61., Tätlichkeit).