Next Level Schiedsrichterbetreuung

Stammgäste unserer Heimspiele wissen es. Viele Schiedsrichter bleiben gerne auch mal ein paar oder mehr Minuten länger als sie eigentlich müssten. Der Grund: Dieter Breier.

Es begann zu Zeiten, als unsere Spielvereinigung noch Bezirksligist war. Der damalige Trainer Michael Tönnies, Bundesligalegende und Bruder unseres aktuellen Chef-Trainers Dirk Tönnies, sprach mit Breier darüber, dass man das Verhältnis zu den Schiedsrichtern verbessern müsse. Nicht etwa um sie zu beeinflussen, sondern einzig dem Umstand geschuldet, dass schon damals die Unparteiischen sich häufigen Anfeindungen durch Spieler, Trainer, Betreuer und eigentlich nahezu jedem auf einer Sportanlage, ausgesetzt sahen. Dies nahm Dieter Breier zum Anlass, die Schiedsrichter in Empfang zu nehmen und sowohl vor als auch nach den Spielen zu betreuen. Sei es vor den Spielen Kaffee und ein Stück Kuchen anzubieten oder nach den Partien den berühmten Schonnebecker Sonntagsbraten (Pommes-Currywurst und ein Kaltgetränk aus dem Hause Stauder). Die Schiedsrichter kamen nun gerne nach Schonnebeck, weil sich rumsprach, dass auch nach Niederlagen der Gastgeber, die Schiedsrichter sportlich fair behandelt werden. „Oft sagt man, die Spieler geben sich nach den Spielen die Hand und trinken ein Bierchen, egal wie sehr man sich bekämpft hat. Bei uns am Schetters Busch stehen die Schiedsrichter auf der gleichen Stufe. Denn auch die dürfen sich in 90 Minuten viel anhören.“, sagt Breier.

Die ein oder andere lustige Anekdote hat der ehemalige Geschäftsführer, der vom Vorstand in seiner Funktion als Schiedsrichterbetreuer freie Hand bekommt und volle Rückendeckung genießt, freilich parat. „Da kann ich einiges erzählen. So zum Beispiel, dass mich nach einem Spiel ein Schiedsrichter fragte, ob ich einen seiner Kollegen, der zuvor ein anderes Spiel in der Oberliga gepfiffen hat vom Bahnhof im Nachbarstadtteil abholen könnte, da die Stimmung hier so klasse sei. Das habe ich dann getan und es wurde spät. Sehr spät.“, schmunzelt Dieter und schiebt gleich die nächste Erzähle hinterher: „Nach einem Spiel, welches wir leider verloren hatten, saßen wir gemütlich beisammen und irgendwann verschwand der Schiedsrichter. Nur um wenige Minuten später mit einer Gitarre unterm Arm wieder zu kommen, auf der er dann bis spät in den Abend hinein noch spielte und die Stimmung nach oben trieb.“
Breier ist wichtig, dass die Schiedsrichter genau so Sportsmänner sind wie die balltretenden Akteure. Und wenn sie nach dem Spiel nicht direkt von der Anlage flüchten, ist das auch ein Zeichen, dass sie sich in unserem schönen Dorf wohlfühlen. Ein großer Beitrag zu einem sportlich fairen und besseren Verständnis zwischen Spielern und Unparteiischen.

Wir finden: Das ist eine tolle Sache, die unser Dieter da ins Leben gerufen hat und auch unermüdlich betreut. Nicht ohne Grund darf er eine kleine Sammlung an Erinnerungsstücken von den Schiedsrichtern sein eigen nennen. „Da sind schon nette Sachen bei gewesen. Ein signiertes Trikot mit einem Dankesgruß oder unterschriebene gelbe und rote Karten, habe ich von den netten Jungs schon bekommen.“, erinnert er sich.

Dass auch die Referees „ihren“ Diedl während des Lockdowns nicht vergessen haben beweist ein Grußfoto, welches er von einem Gespann kürzlich erst per Whatsapp erhalten hat, auf dem die Schiedsrichter virtuell mit ihm angestoßen haben.

Es soll auch Gespanne geben, die sich für Spiele in Schonnebeck bei ihrem Ansetzer bewerben, wenn das Spiel an einem Samstag stattfindet. Ob das so stimmt, können wir nicht mit Gewissheit sagen, aber vorstellen können wir es uns schon.

Dieter Breier und die Schiedsrichter am Niederrhein – eine ganz besondere Beziehung eben.