Enger-Comeback endet mit 1:3 in Velbert – Dezimierter Kader findet zu spät ins Spiel

Die Spielvereinigung Schonnebeck ist mit einer 1:3-Niederlage bei der SSVg Velbert in die Spielzeit 2018/19 gestartet. In der Christopeit Sport Arena sahen 250 Zuschauer eine muntere Partie mit vielen Höhen und Tiefen im Schwalben-Spiel.

In den Tagen und Wochen vor dem Auftaktmatch beim Aufstiegsaspiranten vermehrten sich die Sorgenfalten bei Cheftrainer Dirk Tönnies zusehend. Neben den langzeitverletzten Simon Skuppin (nach Sprunggelenk-OP) und Arian Reimann (Kreuzbandriss) gesellte sich vor wenigen Tagen auch Verteidiger Hassine Refai zu dem Duo auf unbestimmte Zeit ins Lazarett. Den tunesischen Junioren-Nationalspieler plagt eine beidseitige Schambeinentzündung. Bei der Untersuchung wurde zudem ein Beckenbruch erkannt. „Wir haben die Seuche“, war die kurze, aber treffende Erkenntnis des Linienchefs mit Blick auf den Auftaktgegner, der zum Favoritenkreis im Kampf um den Aufstieg zählt.

Immerhin gab es von Nils Da Costa Pereira und Torjäger Marc Enger pünktlich vor dem Duell bei der SSVg „grünes Licht“. Doch während Da Costa Pereira noch nicht zum Zug kam, wurde Enger mit einer Maske in der 66. Minute eingewechselt.

Da stand es allerdings schon 3:0 für die Gastgeber. Erst traf Aliosman Aydin mit etwas Glück den Innenpfosten zum 1:0 (10.), dann erhöhte Leroy Mickels (12.) nach einem unsauberen Querpass von Dominik Enz auf 2:0 für die Hausherren.

Schonnebeck fand danach besser ins Spiel und kam durch Marius Müller zu seiner ersten Torchance. Doch der Heber über SSVg-Schlussmann Philipp Sprenger ging am langen Pfosten vorbei ins Toraus (19.).

Mit zunehmender Spieldauer wurden die Schonnebecker Akteure mutiger und gewannen deutlich mehr Zweikämpfe. Einen wollte Aydin für einen Strafstoß nutzen, doch Schiri Marcel Donath fiel nicht darauf rein (20.).

Vier Minuten vor dem Pausenpfiff dann der mittlerweile verdiente Treffer für die Spielvereinigung: Tarkan Yerek, der für Enz ins Spiel kam, nachdem dieser einen Schlag aufs Knie bekam, bediente Müller mustergültig. Der Angreifer schob den Ball in die lange Ecke. Doch Assistent Ersel Dogan wollte eine Abseitsposition  ausgemacht haben.

Und weil die erste Hälfte noch nicht spektakulär genug war, entschied Schiedsrichter Donath in der Schlussminute noch auf Elfmeter für die „Blauen“ –allerdings auch zu Recht. Torhüter André Bley versuchte Aydin vom Tor abzudrängen. Im letzten Moment spitzelte der Angreifer den Ball an Bley vorbei, sodass dieser nur die Beine des Türken traf. Den Elfmeter verwandelte Pascale Talarski zum 3:0-Pausenstand (45.+1).

In der zweiten Hälfte entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Zwar erwischte die SSVg den besseren Start, bei dem zunächst Leroy Mickels Bley prüfte (46.). Im Gegenzug musste dann SSVg-Keeper Sprenger sein Können unter Beweis stellen. Doch der Velberter Schlussmann parierte den Schuss von Yerek überragend (51.).

Dieser Schuss hatte eine Signalwirkung für die Schwalben. Erst setzte Damian Bartsch einen Freistoß aus 22 Metern über das Velberter Tor (53.), dann umspielte der Essener Mittelfeldspieler den Velberter Torhüter, schob den Ball aber am leeren Tor vorbei (61.). In Minute 82 dann die erste Torchance für den wieder genesenen Enger. Doch sein Versuch rauscht knapp über die Torlatte. Dann legte Sturmpartner Müller seine ganze Wut über den Spielverlauf in eine Aktion: Der 23-Jährige tankte sich durch die komplette Velberter Hintermannschaft und hämmerte den Ball mit ganz viel Frust zum 1:3 in die lange Torecke (87.). Und fast wäre es noch zum verdienten 2:3 gekommen. Doch Schiedsrichterassistent Toni Schmidt befand, dass Yerek bei seinem Nachschuss im Abseits gestanden haben soll.

Unter dem Strich bleibt die 1:3-Auftaktniederlage bei einem Aufstiegsaspiranten. Für Tönnies bricht dadurch noch nicht die Welt zusammen: „Wir haben gegen einen eingespielten Gegner gespielt, der in dieser Saison zu den Topfavoriten gehört. Am Anfang haben wir keinen Zugriff auf das Spiel bekommen. Bis wir uns mal mit den Gegebenheiten angefreundet haben, stand es schon 2:0 für Velbert, wobei wir das 2:0 quasi selbst geschossen haben. Aber wir sind von Minute zu Minute besser ins Spiel gekommen. Zum Glück geht es schnell weiter. Für uns heißt es jetzt Wunden lecken und auf Mittwoch vorbereiten.“

Und da, am kommenden Mittwoch, 15. August, geht es mit dem zweiten Spieltag der Oberliga Niederrhein bereits weiter. Ab 19:30 Uhr gastiert der TSV Meerbusch am Schetters Busch. „Da wollen wir den Bock nach der Pokalniederlage und dem 1:3 zum Ligastart endlich umstoßen und den Dreier zuhause einfahren“, gibt Tönnies einen Ausblick auf die Marschroute für das erste Heimspiel der Saison.

SSVg Velbert: Sprenger – Kubina, Spinrath, Haas – Claus (64.Nnaji), Mondello – Wagener (85.Sealiti), Talarski, Mickels – Aydin, Smykacz (69.Kray).

SpVg Schonnebeck: Bley – Langen (66. Enger), Gutkowski, Engelberg, Klima – Denker, Heppke – Patelschick, Bartsch, Enz (31. Yerek) – Müller.

Schiedsrichter: Marcel Donath.

Tore: 1:0 Aydin (10.), 2:0 Mickels (12.), 3:0 Talarski (45.+1, Foulelfmeter), 3:1 Müller (87.).

Zuschauer: 250.