Derbysieger! Schonnebeck dreht nach ETB-Führung auf und gewinnt mit 2:1

Die Spielvereinigung Schonnebeck besiegt den Stadtnachbarn ETB Schwarz-Weiß Essen mit 2:1 (0:0). Vor 447 Zuschauern brauchte die Partie bis weit in den zweiten Durchgang, ehe sich ein packendes Derby entwickelte.

Das Highlight in Durchgang eins war zweifellos der symbolische Anstoß durch Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen. Ansonsten blieben beide Teams sowohl den eigenen Ansprüchen, als auch den Erwartungen der Zuschauer einiges schuldig. Da zählte die Möglichkeit von Malek Fakhro, der den Ball aus zehn Metern in die Arme von André Bley köpfte, zu den Großchancen, wenn man sie denn so nennen darf.

Der zweite Spielabschnitt begann deutlich schwungvoller. Beide Mannschaften wollten den Anwesenden mehr bieten als ein derbytypisches 0:0. Und so häuften sich die Torraumszenen. In der zweiten Halbzeit nahm die Partie richtig Fahrt auf. Keine fünf Minuten nach Wiederbeginn schloss Dominik Enz einen Konter ab, brachte aber nicht genüg Wucht in den Kopfball, sodass der zur sicheren Beute für ETB-Schlussmann Sven Möllerke wurde (49.). Wenig später prüfte ETB-Angreifer Malek Fakhro erstmals SVS-Keeper Bley mit einem Schuss aus 20 Metern in die rechte Ecke (57.). Eine Minute später bediente er auf Sturmpartner Marvin Ellmann, der aber knapp über das Tor köpfte (58.).

Zehn Minuten später dann der Schockmoment für die Schwalben: Fakhro verwertete ein Zuspiel von Alessandro Tomasello per Direktabnahme zur Gästeführung – Bley, der gegen seinen Ex-Klub von Cheftrainer Dirk Tönnies den Vorzug vor Marcel Grote erhalten hatte, war da chancenlos.

Aber die Hausherren schüttelten sich nur kurz und antworteten sieben Zeigerumdrehungen später mit dem 1:1-Ausgleichstreffer: Luka Bosnjak fasste sich aus 18 Metern ein Herz und schmetterte den Ball unhaltbar ins linke Toreck (68.).

Dann mischte sich auch noch der Fußballgott ins Derby ein und bescherte der Spielvereinigung zweimal Riesenglück: Auf der einen Seite wollte er den Kopfball von ETB-Kapitän Sebastian Michalsky nicht im Tor, sondern nur am Innenpfosten sehen (81.). Auf der anderen Seite ließ er den Ball direkt vor die Füße des eingewechselten Torjägers Marc Enger fallen, sodass dieser den Ball aus kurzer Distanz zum 2:1-Sieg in die Maschen drücken konnte. Und während die Schwarz-Weißen geknickt nach einer starken zweiten Halbzeit den Platz verließen, drehten die Schwalben noch einmal richtig auf. Mit lautstarken „Derbysieger, Derbysieger!“-Rufen tanzte die Mannschaft im Kreis und belohnte sich damit für ihren aufopfernden Kampf, den auch Dirk Tönnies anerkannte: „Ich muss meiner Truppe ein riesen Kompliment machen. Wie sie sich nach dem 0:1 wieder aufgerappelt und das Spiel gedreht hat, war ein unglaublicher Kraftakt. Wir haben uns das Matchglück, das uns zuletzt abhanden gekommen ist, zurückerarbeitet.“

Sein Gegenüber Manfred Wölpper war dagegen bedient: „Meine Mannschaft tut mir unendlich leid, weil unsere Serie gerissen gegangen ist. Wenn der Kopfball von Michalsky vom Innenpfosten nicht wieder raus-, sondern reingesprungen wäre, hätten wir den Platz vielleicht als glücklicher Sieger verlassen können. So ist Schonnebeck der verdiente Sieger.“

Und der Derbysieger reist am kommenden Sonntag, 04. November, zur Germania nach Ratingen. Der Anstoß im Leichathletikstadion erfolgt um 15 Uhr. Bis dahin dürfen die Schonnebecker die Woche aber noch ein wenig genießen.

SpVg Schonnebeck: Bley – Ogrzall, Denker, Engelberg, Langen – Bosnjak (90. Oteng Adjei), Patelschick, Bartsch (78. Yerek), Skuppin, Enz (64. Enger) – Müller.

ETB SW Essen: Möllerke – Haubus, G.Tomasello, Fechner, Riebling – Tsourakis (87. Oh), Michalsky, Erdogan, A. Tomasello – Fakhro (84. Yokozawa), Ellmann.

Schiedsrichter: Kevin Domnick.

Tore: 0:1 Fakhro (68.), 1:1 Bosnjak (76.), 2:1 Enger (87.).

Zuschauer: 447.