Torloses Remis in Nettetal – Trotz Überzahl fehlt Tönnies-Elf die Durchschlagskraft

Die Spielvereinigung Schonnebeck kehrt nach einem torlosen Unentschieden mit einem Punkt vom Auswärtsspiel beim SC Union Nettetal zurück nach Essen und bleibt Miglied des Verfolgerfeldes in der Oberliga Niederrhein.

Unter dem Anblick der Tatsache, dass Cheftrainer Dirk Tönnies nach der jüngsten Trainingsverletzung von Nils da Costa Perreira (Knie) derzeit die Spieler ausgehen, kann man mit dem 0:0 sicherlich zufrieden sein. Wer aber wie die anderen 220 Zuschauer und eben Tönnies das Spiel an der Lobbericher Straße gesehen hat, dem verging mit zunehmender Spielzeit der Appetit auf die Begegnung. Während Torchancen ohnehin Mangelware waren, häuften sich dagegen die Fehlpässe auf beiden Seiten. Die besten Möglichkeiten des ersten Durchgangs hatten die Gäste aus dem Ruhrgebiet. In der 18. Minute brachte Nils Klima, der sein Schädel-Hirn-Trauma aus dem Speldorf-Spiel auskuriert hatte, einen Freistoß von der rechten Angriffsseite vor das Nettetaler Tor. Simon Skuppin hielt den Fuß hinein und lenkte das Spielgerät wenige Zentimeter neben den linken Pfosten. Eine Minute vor der Pause musste SCU-Torhüter Tim Tretbar sein Können gleich zweimal unter Beweis stellen: Erst parierte er einen Schuss von Marius Müller aus kurzer Distanz, dann lenkte er den Nachschuss von Luka Bosnjak ab, sodass Innenverteidiger Bastian Levels auf der Linie klären konnte.

Der zweite Durchgang war zunächst von einigen Nickeligkeiten geprägt. Den größten Bärendienst erwies Blerim Rrustemi seinen blau-gelben Freunden, indem er den am Boden liegenden Müller trat (59.). „Der Assistent hat es nicht gesehen, der Schiedsrichter nur gehört“, fasste Union-Trainer Andreas Schwan zusammen und machte dann deutlich, wie er damit umgeht: „Aber für die Doofheit, sich zu so einem Unding hinreißen zu lassen, ist die Rote Karte alleine schon verdient.“

Doch die Schonnebecker konnten keinen Profit aus der rund 30-minütigen Überlegenheit schlagen. Zwei Torchancen können schon mal reichen, waren in diesem Fall aber eindeutig zu wenig. Erst setzte Damian Bartsch einen Freistoß aus 20 Metern knapp über den linken Torwinkel (69.), dann zielte Bosnjak zu ungenau. Sein Kopfball aus zwei Metern landete genau in den Händen von Keeper Tretbar (75.). „Wir waren einfach nicht variabel genug“, bilanzierte Tönnies das torlose Remis. „Wir haben zu wenig umgeschaltet zwischen langen Bällen und Kurzpassspiel. Die Rote Karte hat uns gar nicht gut getan. Danach hat der Gegner zwei Viererketten aufgebaut und uns keine Räume geboten. Jetzt müssen wir mit dem Punkt leben. Das bedeutet aber nicht, dass er für Nettetal nicht verdient ist. Sie haben das ordentlich gemacht.“

Positiv gesehen bleibt die Spielvereinigung aber auch im dritten Spiel in Folge ungeschlagen und kann als Tabellenvierter durchaus mit breiter Brust ins kommende Topspiel gehen. Am Sonntag, 14. Oktober, gastiert der VfB Homberg am Schetters Busch (Anstoß: 15 Uhr). Das Team von Stefan Janßen ist auch nach zwölf Spieltagen noch ungeschlagen. Das darf sich dann gerne ändern.

SC Union Nettetal: Tretbar – Pohlig, Verlinden, Levels, Homann – Stroetgens, Rrustemi, Enger (86. Paul) – Thobrock (76. Touratzidis), Klicic, Dohmen.

SpVg Schonnebeck: Grote – Gutkowski, Heppke, Engelberg, Klima (80. Yerek) – Denker, Bartsch (84. Can) – Bosnjak, Skuppin, Enz – Müller.

Schiedsrichter: Michael Menden.

Tore: Fehlanzeige.

Zuschauer: 220.

Rote Karte: Rrustemi (59., Tätlichkeit).