1:2 gegen Bocholt – Last-Minute-Niederlage trotz starker Leistung

Der 7. Spieltag der Oberliga Niederrhein stand unter keinem guten Stern für die Spielvereinigung Schonnebeck. Nach der 3:5-Heimniederlage gegen Hilden und dem 1:0-Auswärtssieg bei TuRU Düsseldorf war Wiedergutmachung am heimischen Schetters Busch an. Doch die gab es nur bedingt. Der 1. FC Bocholt gewann die Partie 2:1 (0:0).

„Dennoch kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen“, äußerte sich Cheftrainer Dirk Tönnies nach der unglücklichen Niederlage. In der Tat: Sowohl Einstellung, als auch Leistung stimmten von der ersten Spielminute an. Bereits nach zwei Minuten gab es den ersten Aufreger: Marc Enger schob den Ball ins Tor von Maurice Schumacher. Doch der Schiedsrichterassistent an der Außenlinie entschied auf Abseits. Nur eine Minute später die nächste dicke Möglichkeit für die Schwalben: Nils Klima wurde von Luca Bosnjak freigespielt, doch der Flügelflitzer scheiterte am Bocholter Schlussmann. Bocholts Akteure waren sichtlich überrascht und zeigten zunächst keinerlei Reaktion. Die folgte erst nach neun Spielminuten. Zuvor verfehlte Marius Müller das Gehäuse nur kanpp. Dann ging alles ganz schnell: Abstoß Schumacher auf Rechtsverteidiger Marc Beckert, weiter in die Spitze zu Niklas Möllmann, der aus fünf Metern über das Schonnebecker Tor köpfte. Es entwickelte sich ein munterer, temporeicher erster Durchgang, in dem die Spielvereinigung das Heft des Handelns weitgehend in der Hand hielt. Doch ein Treffer wollte nicht fallen. Allerdings war es ein 0:0 der besseren Sorte.

Der verdiente Treffer fiel dann in der 58. Minute. Nachdem sich Georgios Ketsatis mit dem Ball am Fuß durch das Mittelfeld arbeitete, bediente er Thomas Denker, der mit vollem Körpereinsatz den Ball zum 1:0 über die Linie wuchtete. Doch die Freude über die Führung hielt lediglich vier Minuten, ehe der frühere Wattenscheider Regionalliga-Kicker Daniel Neustädter den 1:1-Ausgleich markierte. Und es kam noch schlimmer: In der Nachspielzeit fasste sich der eingewechselte Daud Gergery ein Herz und schoss den Ball unhaltbar für Marcel Grote zum 2:1 für die Gäste ein (90.+2).

Die Spielvereinigung stand zum zweiten Mal in dieser Saison vor heimischem Publikum mit leeren Händen da. Doch diesmal stimmte die Moral, die Leistung und der Wille. Das sah auch Gästetrainer Manuel Jara so: „Es standen sich zwei Mannschaften gegenüber, die Wert auf die gleichen Tugenden legen. Beide haben viel Leidenschaft und Teamgeist an den Tag gelegt. Schonnebeck ist eine der unangenehmsten Aufgaben in der Liga.“

Schonnebecks Cheftrainer Dirk Tönnies kann sich für das Lob zwar nichts kaufen, doch auch er weiß einzuordnen, dass Bocholt keine Laufkundschaft ist: „Die Niederlage ist sehr bitter. Aber insgesamt war es ein tolles Oberligaspiel mit viel Kampf. Man konnte sehen, dass zwei Mannschaften aufeinander getroffen sind, mit denen in den letzten Jahren kontinuierlich gearbeitet wurde. Am Ende ging es hin und her. Man hatte das Gefühl, dass auf beiden Seiten noch etwas passieren kann. Wir müssen nun aufpassen, dass wir den Anschluss ans obere Tabellendrittel nicht ganz abreißen lassen.“

Die Chance, Punkte einzufahren, ergibt sich am kommenden Sonntag, 23. September, wenn die Schwalben zum Auswärtsspiel beim VfB Speldorf antreten. Der Anstoß erfolgt um 15 Uhr in Mülheim an der Ruhr (Saarner Str. 326).

SpVg Schonnebeck: Grote – Patelschick, Engelberg, Heppke, Ketsatis – Skuppin, Denker – Bosnjak, Müller, Klima – Enger.

1. FC Bocholt: Schumacher – Beckert, Divis, Winking, Meißner – Bleker, Neustädter – Möllmann, Bugla, Bock – Buijl.

Schiedsrichter: Marcel Schuh.

Tore: 1:0 Denker (58.), 1:1 Neustädter (62.), 1:2 Gergery (90.+2).

Zuschauer: 410.