Irre! Hammer! Mega! Nach 3:2-Last-Minute-Sieg in Ratingen bekommt die Oberliga nun ihr Topspiel

Die Spielvereinigung Schonnebeck hat ihr Nachholspiel vom 24. Spieltag bei der Ratinger SV 04/19 gewonnen. Bis zur 91. Minute sah alles noch nach einer 1:2-Pleite am Stadionring aus, doch dann wendete sich das Blatt doch noch für die Schwalben. Die Liga bekommt am Sonntag ihr reizendes Topspiel!

Unglaublich, unglaublicher, Schonnebeck! Für den Ablauf des Mittwochabend gibt es keine geeignete Superlative. Die Jungs von Dirk Tönnies haben einmal mehr Moral bewiesen und gezeigt, dass sie richtig Bock auf Fußball haben – auch nach einem anstrengenden Acht-Stunden-Tag.

Doch der Abend begann weniger verheißungsvoll. Ratingen war vor allem in der ersten halben Stunde das bessere Team und zwängte die Gäste aus Essen in die eigene Hälfte. Schon nach wenigen Minuten galt es, die ersten Schreckmomente wegzustecken: erst traf Ismail Cakici nach langem Zuspiel aus der Drehung nur den rechten Außenpfosten. Wenig später drosch Yannick Wollert den Ball an die Querlatte – Riesenglück für André Bley, der wieder zwischen die Pfosten gerückt war. In der 34. Minute fehlte dem Essener Schlussmann dann das Fortune. Beim Strafstoß von Phil Spillmann war Bley noch mit einer Hand am Ball, konnte den Einschlag zum 1:0 für die Gäste allerdings nicht verhindern. Zuvor soll Georgios Ketsatis Fatih Özbayrak im Strafraum zu Boden gerissen haben. Mehrere Videobilder behaupten etwas anderes. Aber leider gibt es in der Oberliga noch keinen Videobeweis. So ging es mit dem Rückstand in die Pause.

Und da schien Tönnies die richtigen Nerven getroffen zu haben, denn sein Team zeigte plötzlich ein anderes Gesicht. Wesentlich mutiger gingen die Schwalben zu Werke und wurden durch den eingewechselten Dominik Enz mit dem 1:1-Ausgleich belohnt. Allerdings hatte dieser nur sieben Minuten Bestand, denn dann ertönte erneut ein Strafstoßpfiff von Schiri Patrick Rudolf. Diesmal allerdings wohl zurecht. Ratingens Angreifer Ismail Cakici kreuzte den Laufweg von Leon Engelberg, die Füße touchierten sich und der Stürmer fiel – kann man geben. Auch den zweiten Versuch ließ Spillmann nicht aus und verwandelte sicher zur 2:1-Führung in der 82. Minute.

Die Wenigsten glaubten jetzt noch an eine Wende. Kapitän Marc Enger allerdings war mehr als überzeugt und nagelte den Ball in der ersten Minute der Nachspielzeit nicht nur unhaltbar für Dennis Raschka ins untere rechte Toreck, sondern ermutigte seine Teamkollegen, immer noch nicht nachzulassen, weil das Spiel aufgrund von Wechseln, Torjubeln und Krämpfen auf Ratinger Seite um fünf Minuten verlängert wurde. Und ja, was sollen wir sagen?! Es folgte das Happy End der schnulzigsten High-School-Romanze ever: Der frühere Kapitän des Gegners spielt jetzt für das richtige Team und entscheidet das Spiel gegen seine alten Kameraden per Foto Finish! Mit anderen Worten: Thomas Denker hatte noch einmal durchgeladen und vollstreckte in der letzten Minute der Nachspielzeit zum 3:2-Endstand! Riesenjubel auf der einen, Niedergeschlagene Ratinger auf der anderen Seite!

„Ich kann das alles gar nicht in Worte fassen“, saß Dirk Tönnies auf der anschließenden Pressekonferenz noch wie in Trance im VIP-Raum. „Wenn man sieht, was unten in der Kabine gerade abgeht, kann ich nur sagen: Die Jungs sind zu allem bereit! Die Liga hat ihr verdientes Topspiel!“

Und das steigt am kommenden Sonntag, 29. April, um 15 Uhr beim Tabellenführer SV Straelen. Zwei Punkte beträgt der Rückstand nun in der begradigten Tabelle auf den Aufsteiger. Mindestens ein Bus fährt am Sonntag an den Niederrhein. Bei großer Nachfrage kann aber jederzeit nachreguliert werden. Alle Infos zur Busreise nach Straelen finden Sie unter diesem Text.

Ausreden gibt es keine! Wer nicht dabei ist, muss einen triftigen Grund und mindestens zwei ärztliche Atteste haben! Gebt der Mannschaft jetzt im Liga-Endspurt Eure bedingungslose Unterstützung! Wir finden, sie hat es sich verdient.

Ratingen 04/19: Raschka – Dombayci, Zeh, Spillmann, Oberlies – Päffgen, Ari – Wollert (72. Eckhardt) Özbayrak (87. Erginer), Penan – Cakici.

SpVg Schonnebeck: Bley – Engelberg, Gutkowski (62. Enz), Ketsatis – Patelschick, Bartsch, Barra (64. Yerek), Denker, Abrosimov – Müller, Enger.

Schiedsrichter: Patrick Rudolf.

Tore: 1:0 Spillmann (34., Foulelfmeter), 1:1 Enz (75.), 2:1 Spillmann (82., Foulelfmeter), 2:2 Enger (90.+1), 2:3 Denker (90.+5).

Zuschauer: 100.