2:1-Erfolg in Hilden – Schiri-Blackout kostet „Fräulein“ Patelschick nicht nur Nerven

Die Spielvereinigung Schonnebeck ist auch am 28. Spieltag der Oberliga Niederrhein erfolgreich. Beim abstiegsbedrohten VfB 03 Hilden gewann die Elf von Dirk Tönnies durch Treffer von Kevin Barra (48.) und Georgios Ketsatis (86.) mit 2:1 (0:0).

Es dauerte bis zur zwölften Minute, bis die 123 Zuschauer an der Hoffeldstraße die erste Toraktion zu bestaunen hatten. Fabio Di Gaetano zog nach einer Ecke von rechts ab, allerdings flog das Leder knapp am Tor von Marcel Grote vorbei. Im ersten Durchgang passierte vor den Toren nicht mehr viel. Dafür schenkten sich beide Teams im Mittelfeld herzlich wenig. Bis auf zwei Gelbe Karten mit Folgen für Said Harouz (31.) und Timo Patelschick (34.) passierte in Durchgang eins nicht viel. Nur, dass für den Hildener das Spiel bereits nach 43 Minuten beendet war. Es war eine Schutzmaßnahme von VfB-Trainer Marcel Bastians, da sich der Heißsporn nicht beruhigen wollte und kurz vor dem Abflug stand.

Für Halbzeit zwei haben sich die Schwalben vorgenommen, mehr für ein ansehnliches Spiel zu tun. Und das zahlte sich aus. Bereits drei Minuten nach Wiederanpfiff eröffnete Leon Engelberg einen Angriff durch das Zentrum. Dann hieß es Barra, Enz, Barra, 1:0! Die sehenswerte Kombination schloss der Mittelfeldmann mit einem Lupfer vorbei an VfB-Torhüter Marvin Oberhoff ab (48.).

Doch mit dem Treffer rüttelten die Essener auch die Hildener wach. Der VfB spielte nach dem Gegentreffer wieder mutiger nach vorne. Zunächst scheiterte Patrick Percoco noch an Grote (60.). Wenig später rappelte es dann doch – und zwar gewaltig! Mit einem verdeckten Schuss aus rund 30 Metern überraschte Denis Ivosevic den Schonnebecker Schlussmann. Beim Jubel über das 1:1 war auch dem Torschützen anzusehen, dass er mit dem Treffer nicht unbedingt gerechnet hat (67.).

Die Partie entwickelte sich zu einem echten Krimi. Beide Teams suchten die Flucht nach vorne. Beide Mannschaften wollten mehr als den einen Zähler. Und sie versuchten es mit allen Mitteln. Eins davon war nicht so schön. Mochte man VfB-Abwehrspieler Dominik Donath beim Abflug etwa 50 Zentimeter über das Bein von Patelschick noch eine Schutzaktion unterstellen, damit er sich und seinen Gegenspieler nicht schlimmer verletzt, war die Reaktion auf den Pfiff des Unparteiischen umso verständnisloser – es gab nämlich keine. Stattdessen wurde hingenommen, wie Patelschick ein zweites Foulspiel unterstellt wurde und der ansonsten nicht negativ in Erscheinung getretene Außenverteidiger mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen wurde. Hier hätte Donath zum „Man Of The Match“ werden können. Stattdessen gab es von ihm das vielzitierte Schweigen im Walde und von Schiedsrichterassistent für Patelschicks verständlichen Frust den befremdlichen Kommentar: „Fräulein, jetzt ist aber gut!“

Gut war da allerdings noch lange nicht. Denn die Schonnebecker wollten sich so nicht aus Hilden verabschieden. Nachdem Donath unüberseh- und hörbar im Strafraum gegen den eingewechselten Marius Müller hinlangte, zeigte der Unparteiische auf den Punkt. Geburtstagskind Ketsatis belohnte sich nicht nur zum Ehrentag, sondern auch für eine erneut ansprechende Leistung mit dem entscheidenden 2:1-Siegtreffer (86.).

„Die Jungs haben Moral bewiesen und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen“, lobte Tönnies seine Schützlinge nach dem Kraftakt. „Wenn man bedenkt, wer in Hilden schon alles Federn gelassen hat, dürfen wir den Sieg umso höher bewerten.“

VfB 03 Hilden: Oberhoff – Percoco, Zur Linden, Härtel, Donath – Grün – Harouz (43. Ilkwon), Di Gaetano (87. Dum), Ivosevic, Schaumburg – Weber.

SpVg Schonnebeck: Grote – Gutkowski (75. Yerek), Engelberg, Ketsatis – Patelschick, Denker, Bartsch, Abrosimov – Barra (81. Barrera) – Enger, Enz (64. Müller).

Schiedsrichter: Dustin Sikorski.

Tore: 0:1 Barra (48.), 1:1 Ivosevic (62.), 1:2 Ketsatis (86., Foulelfmeter)

Zuschauer: 123

Gelb-Rote Karte: Patelschick (80., wdh. Foulspiel).