Niederrheinpokal – Tönnies vermisst bei Erstrunden-Aus in Duisburg die Leidenschaft

Das war es schon im Niederrheinpokal! Beim Landesligisten FSV Duisburg unterlag die Spielvereinigung Schonnebeck nach 120 Minuten mit 2:3 (0:1 / 2:2).

Von Beginn an war das Spiel an der Warbruckstraße zerfahren und von zahlreichen Fouls geprägt. Bis zur Hälfte des ersten Spielabschnittes mangelte es an Strafraumszenen auf beiden Seiten. Zu selten brachten beide Teams die Bälle an den Nebenmann. Häufiger hagelte es Fehlpässe und andere Ungenauigkeiten. Lediglich die Abwehrreihen beider Kontrahenten zeigten sich zunächst in besserer Form, denn gefährliche Abschlüsse ließen beide Hintermannschaften nicht zu.

Dann drehte der ambitionierte Landesligist auf. Erst schoss Ibrahim Bayraktar am leeren Tor vorbei (23.) – Riesenglück für den Oberligisten! Dann aber machte es Ali Basaran besser, nachdem er sich den Ball von SVS-Torwart Marcel Grote stibitze und zur 1:0-Pausenführung einschoss (30.).

Die massiven Wände des Kabinentraktes wackelten zwar nicht, aber Dirk Tönnies schien die richtigen Worte gefunden zu haben. Mit Wiederanpfiff präsentierten sich die Grün-Weißen aus Essen deutlich entschlossener. Erst markierte Damian Bartsch den 1:1-Ausgleich nach einer sehenswerten Vorlage des eingewechselten Da Silva Matondo (46.), dann glänzte Bartsch als Vorbereiter: Seine Ecke auf den kurzen Pfosten wurde durch einen Abwehrspieler der Duisburger verlängert und fand in der Mitte Thomas Denker, der zur 2:1-Führung einschieben konnte (58.).

Doch der Landesligist steckte nicht auf. Bora Karadag hob einen Freistoß vom Strafraum aus halblinker Position über die gut postierte Mauer zum 2:2-Ausgleich ins kurze Eck – Keeper Grote hatte keine Abwehrchance (69.).

Mit diesem Stand schleppten beide Teams in die Verlängerung. Doch da spielte nur noch das Team von der Warbruckstraeße. Den Schwalbenträgern hingegen mangelte es an Ideen und Durchschlagskraft. Und während sich an der Essener Bank der Gedanke ans Elfmeterschießen breit machte, köpfte FSV-Abwehrspieler Joel Schoof den Ball ins Schonnebecker Tor und die Spielvereinigung aus dem Wettbewerb (115.).

„Das war eine sehr bittere, aber auch eine absolut verdiente Niederlage“, rang Schonnebecks Trainer Tönnies um erklärende Worte, fasste das Gesehene dann aber treffend zusammen: „Der FSV war über Dreiviertel des Spiels das bessere Team. Wir haben zu wenig ins Spiel investiert. Leidenschaft, Laufbereitschaft und Zweikampfstärke haben wir komplett vermissen lassen. Also dürfen wir uns auch nicht beschweren, wenn wir ausscheiden.“

Das klingt nach einer intensiven Woche der Aufarbeitung. Aber „Ehrlich“ währt nun mal am Längsten. Und ein langer Atem ist ab kommendem Sonntag gefragt. Dann geht endlich auch der Ligabetrieb los. Und das gleich mit einer Englischen Woche los. Zum Auftakt der Oberliga Niederrhein starten die Schonnebecker mit einem Heimspiel gegen den SC Düsseldorf-West (SO, 13.08.17, 15 Uhr, Schetters Busch). Wir sind uns sicher, dass die Truppe sich bis dahin wieder gesammelt und und an der entsprechenden Einstellung gearbeitet hat, denn was die Mannschaft leisten kann, hat sie in der jüngeren Vergangenheit bereits bewiesen.

FSV Duisburg: Ograjensek – Bayram, Alic, Schoof, Duran (66. Zarifoglu) – Akkus, Dedemen – Balci, Karadag, Basaran (117. Husic) – Bayraktar (88. Yildirim).

SpVg Schonnebeck: Grote – Patelschick, Denker, Zander, Ketsatis – Barrera, Heppke – Müller (46. Matondo), Bartsch (64. Busch), Barra (107. Rami) – Enger.

Schiedsrichter: Benjamin Keck.

Tore: 1:0 Basaran (30.), 1:1 Bartsch (46.), 1:2 Denker (58.), 2:2 Karadag (71.), 3:2 Schoof (115.).

Zuschauer: 250.