2:4 gegen den Tabellenführer – Ex-Schwalbe Wibbe siegt im Fernduell mit Müller

Die Spielvereinigung Schonnebeck hat das Heimspiel vom 11. Spieltag mit 2:4 (0:2) verloren. Unter die 610 Zuschauer mischte sich auch ein aktueller DFB-Nationalspieler, der vermutlich lieber einen Heimsieg gesehen hätte.

Ein echtes Top-Spiel stand auf dem Plan: Der amtierende Oberliga-Vizemeister, vor dem Duell auf Rang vier gelistet, empfing den aktuellen Ligaprimus, den VfB Homberg. Diese Konstellation, gepaart mit spätsommerlichem Traumwetter sorgte für eine stattliche Kulisse am Schetters Busch. Unter die 610 Besucher mischte sich der Ex-Schalker Leon Goretzka. Der aktuell verletzte Nationalspieler vom deutschen Rekordmeister FC Bayern München stattete seinem Freund Marius Müller einen Besuch ab und sah zunächst stark aufgelegte Gäste, die den frühen Abstimmungsfehler in der Schonnebecker Hintermannschaft nicht nutzen konnten: Nachdem sich Schlussmann Marcel Grote und Verteidiger Julian Gutkowski nicht auf eine klärende Aktion verständigen konnten, schnappte sich VfB-Torjäger Danny Rankl das Leder und schob den Ball am leeren Gehäuse vorbei (7.) – Riesenglück für die Spielvereinigung in dieser Szene.

Die zweite dicke Chance gehörte dann den Hausherren: Was der Distanz geschuldet zunächst nicht wirklich gefährlich anmutete, entpuppte sich dank des starken linken Fußes von Nils Klima zu einem ersten Wachmacher. Doch der Freistoß aus rund 30 Metern landete wenige Zentimeter neben dem Homberger Tor (10.). Wenig später schlug Müller eine Flanke in den Strafraum, doch Simon Skuppin verfehlte den Ball am langen Pfosten knapp (13.).

Im direkten Gegenzug folgte dann wieder eine Aktion der Gäste, die die Schonnebecker nur durch ein Foul vor dem Strafraum auflösen konnten. Dem fälligen Freistoß nahm sich der ehemalige Schonnebecker Dennis Wibbe an. Und er hämmerte den Ball in Richtung Mauer, die leichte Auflösungserscheinungen zeigte. Auf Kniehöhe passierte der Ball das löchrige Verteidigungskonstrukt, Marcel Grote hatte keine Chance mehr, zu reagieren (16.) – 1:0 für die Duisburger, die unter der Woche 120 kräfteraubende Minuten im Niederheinpokal gegen Speldorf absolvieren mussten. Von Erschöpfung war allerdings nicht viel zu sehen. Im Gegenteil. Noch vor der Pause legten die Schwarz-Gelben nach: Wieder war Wibbe zur Stelle und erzielte den 2:0-Halbzeitstand (32.). Auch hier ging eine Schonnebecker Chance voraus, doch Klima scheiterte nach einem Zuspiel von Müller an VfB-Schlussmann Robin Offhaus (31.).

Schonnebeck taumelte heftig wie ein Schwergewichtsboxer nach einem Treffer am Glaskinn. Und das wollten die Gäste vom Rheindeich nutzen. Im Drei-Minuten-Takt liefen sie nach dem Seitenwechsel auf das Tor von Marcel Grote zu. Erst köpfte Rankl dem Schlussmann den Ball in die Arme (46.), dann schoss Justin Walker von der Strafraumgrenze genau auf Grote (49.). Versuch drei war dann zu viel des Guten: Nach einem Freistoß waren sich Grote und seine Vorderleute nicht über die Zuständigkeit einig. Das nutzte Metin Kücükarslan zum 3:0 (52.).

Schonnebeck war geschlagen. Und es kam noch dicker: Walker ließ Gutkowski auf der linken Angriffsseite stehen, bediente Wibbe, der erneut keine Mühe hatte – 0:4 aus Sicht der Hausherren (58.).

Doch ein Topspiel ist erst dann ein Topspiel, wenn auch die andere Mannschaft etwas sehenswertes zum Match beisteuert. So verwandelte der zuvor gefoulte Marius Müller zunächst einen Strafstoß (74.) und drei Minuten vor dem Ende der Spielzeit – also etwas zu spät – markierte er das 2:4 (87.).

„Unglaublich, wie meine Mannschaft trotz einer so harten Woche begonnen hat. Respekt! Ich liebe meine Mannschaft“, kam VfB-Trainer Stefan Janßen nach dem verdienten Sieg ins Schwärmen.

„Ich hoffe, du liebst deine Frau mindestens genauso“, frotzelte Dirk Tönnies kurz rüber zu seinem Trainerkollegen und Freund, um dann aber wieder die Kurve zum Spiel zu bekommen: „Wir wollten unbequem zu spielen sein. Das ist uns nicht gelungen. Aber ich werde öffentlich keine Schuldzuweisungen ansprechen. Wir werden intern klären, was falsch gelaufen ist. Aber im Fußball verlieren immer alle gemeinsam. Wir werden uns wieder aufrappeln und dann mit breiter Brust nach Baumberg fahren.“

Dort steht am kommenden Sonntag die nächste Partie an. Ab 15 Uhr rollt der Ball durch das MEGA-Stadion an der Sandstraße 77a (40789 Monheim an der Ruhr).

SpVg Schonnebeck: Grote – Gutkowski (87. Oteng Adjej), Heppke, Engelberg, Klima (64. Langen) – Denker, Skuppin – Patelschick, Bosnjak, Yerek (72. Bartsch) – Müller.

VfB Homberg: Offhaus – Haub, Clever, Roch – Walker (69. T. Kücükarslan), M. Kücükarslan, Koenders, Kogel (69. Acar), Wolf – Wibbe, Rankl (82. Schmitt).

Schiedsrichter: Alexander Busse.

Tore: 0:1 Wibbe (16.), 0:2 Wibbe (32.), 0:3 M. Kücükarslan (52.), 0:4 Wibbe (58.), 1:4 Müller (74., Foulelfmeter), 2:4 Müller (87.).

Zuschauer: 610.